Trotz aller Skandale gewinnt die AfD seit ihrer Gründung langsam, aber stetig Mitglieder. Passend dazu steigt der Einfluss rechter und rechtsradikaler Strömungen in der Bevölkerung. Welche Gründe gibt es dafür? Was für Methoden werden genutzt, um Wähler zu manipulieren? Welche Rolle spielen die Medien? Und was könnten Lösungsansätze sein? Hier veröffentliche ich in loser Folge eine Essaysammlung rund um die Themen AfD und Faschismus sowie Migration und Integration.
Hier findet ihr die anderen Teile:
Strukturschwäche und Segregation
Parteiprogramm und Protestwahl
Überforderung und Hilflosigkeit
Hand aufs Herz: Wer von uns hat noch nicht gedacht – im Leben ist alles zu viel. Zu schnell. Zu unverständlich. Oder alles zusammen. Unsere Welt ist für viele Menschen weitaus komplizierter geworden in den vergangenen fünfzig Jahren. Die Gründe sind vielfältig: Technische Errungenschaften tragen im Guten wie im Schlechten dazu bei. Neue Möglichkeiten, aber auch neue Anforderungen daran, wie ein Mensch sich in dieser oder jener Rolle zu verhalten, Erwartungen, die er oder sie zu erfüllen hat. Denn so positiv mehr Wahlfreiheit zu betrachten ist, auch sie kann Überforderung und Orientierungslosigkeit mit sich bringen. Gleichzeitig überholen moderne Medien die menschliche Verarbeitungskapazität um ein Vielfaches.
Hinzu kommen die Krisen unserer Zeit: Pandemie, Klima, Kriege – manch einer fühlt sich wie gehetzt von einer Schreckensnachricht zur nächsten. Das allerdings hat nicht allein damit zu tun, in einer krisenhaften Zeit zu leben, man bedenke Kalten Krieg, Ozonloch und Waldsterben. Es hat auch mit der beständigen Konfrontation mit (schlechten) Nachrichten zu tun, die mit kontinuierlicher Internetnutzung einhergeht.
War der Lebensweg früher oft relativ früh entschieden und vorgezeichnet, verändert er sich heute oft einige Male, egal ob es um Beziehungen oder Arbeitsleben geht. Das hat erhebliche Vorteile, denn seltener als früher müssen Menschen in zerrütteten Ehen oder zerstörerischen Jobs verharren. Es führt jedoch auch zu Umbrüchen und Verunsicherung, die heute häufigeren Umzüge bergen ein größeres Einsamkeitsrisiko. Einsamkeit wiederum wurde in mehreren Studien als begünstigender Faktor für extremistische, demokratiefeindliche Positionen identifiziert.
Ein eng verwandtes Thema ist Hilflosigkeit. Denn auch dieses Gefühl tritt in den letzten Jahrzehnten verstärkt auf. Natürlich waren Menschen objektiv betrachtet zu jeder Zeit hilflos gegenüber vielen Ereignissen, seien es Naturkatastrophen, Kriege oder Pandemien. Subjektiv betrachtet ist dieses Gefühl jedoch in den letzten Jahrzehnten zumindest partiell stärker geworden, denn EU-Abgeordnete und die zugehörige Politik wirken wesentlich weniger beeinfluss- und damit veränderbar als beispielsweise ein Lokalpolitiker. Die Corona-Pandemie wirkte für dieses Gefühl regelrecht als Brandbeschleuniger. Einerseits aufgrund der Schutzmaßnahmen, die bei jedem Menschen bis tief in das Privatleben drangen – was je nach persönlicher (fehlender) Resilienz erhebliche Ohnmachtsgefühle erzeugte. Aber auch aufgrund der beängstigenden Erkrankung selbst, die unberechenbar, zeitweise auch unbeherrschbar wirkte und zahlreiche Todesopfer forderte.
Hinzu kommt ein weiterer, oft unterschätzter Bereich: Medien und Konsum. Von den drei verfügbaren Fernsehkanälen abgesehen, haben Menschen früher primär im direkten Umfeld konsumiert. Das hieß auch, man kannte einander, klärte etwaige Probleme oft persönlich oder doch zumindest am Telefon. Ein gewisses Maß an Kundenzufriedenheit war wichtig, denn zu viele unzufriedene Kunden kann sich kein Unternehmen leisten. Veräppelte der Radioverkäufer an der Ecke regelmäßig seine Käufer, tratschte sich das schnell durch Schützenverein, Kegelklub oder Lesezirkel und die Kunden blieben aus.
Heute konsumieren die meisten Menschen von Unternehmen, deren Mitarbeiter sie noch nie gesehen haben. Oftmals sogar solche, die sie im Notfall nicht einmal erreichen können: Kein großes Social-Media-Unternehmen bietet technischen Support, ein Beschwerdemanagement oder einen erreichbaren Service. Falls doch vorhanden, ersetzt KI seit Kurzem oft den Kundenservice – mit fragwürdigen Ergebnissen, hilflosen Endlosschleifen und Unverständnis. Unternehmen wie Google, Amazon oder Meta machen längst den Eindruck, außerhalb jedes rechtlichen Rahmens zu operieren. Impressumpflicht? Erreichbare Mailadresse?
Wenn etwas schief läuft, Geld verloren geht, ein Account gesperrt oder Angebote nicht korrekt angezeigt werden, sind Kunden dem hilflos ausgeliefert. Stellen, die für Einigung oder Kompensation sorgen, existieren nicht. Rechtliche Schritte gelten als aussichtslos, da langwierig und kostenintensiv. Kommt es oft zu Problemen, funktionieren häufig Services nicht, auf die Kunden angewiesen sind, oder sehen sie sich ständig gezwungen, Änderungen zuzustimmen, die sie ablehnen, führt das zu einem stetigen Strom kleiner Hilflosigkeitserfahrungen. Klar ist zugleich: Daraus resultierende Frustration kann sich nicht am Ort ihrer Entstehung entladen.
Psychologisch gesehen haben Überforderung und Hilflosigkeit erhebliche Auswirkungen auf das seelische Befinden und auch auf die Weltsicht. Da Machtlosigkeit und Kontrollverlust zu den unangenehmsten emotionalen Zuständen gehören, entsteht manchmal eine Flucht nach vorn: Die Ohnmachtserfahrung wird in Form von Wut und Aggression aufgestaut, die sich in völlig anderen Situationen äußern können. Dabei scheint empfundener Kontrollverlust auch Einfluss auf die Wahrnehmung weiterer Ereignisse zu haben: In einer Studie zur Corona-Pandemie wurde festgestellt, dass belastende Ereignisse wie Todesfälle oder der Verlust der Arbeit von Personen als besonders unerträglich erlebt wurden, wenn sie zuvor den Eindruck eines Kontrollverlusts hatten. Hilflosigkeit zu erleben geht mit einem Gefühl des Klein-Seins und der Schwäche einher, das schwer auszuhalten ist.
Um diesem Gefühl zu entkommen, sehnen wir uns nach Wiedererlangung von Macht und Kontrolle, auch danach, klare und einfache Antworten auf Problemstellungen zu erhalten.
An dieser Stelle beginnt der Erfolg der AfD und anderer populistischer oder verschwörungsymthologischer Strömungen. Die AfD arbeitet effektiv mit Angst, Wut und dem Eindruck von Kontrollverlust – also den Dingen, die erlebte Überforderung und Hilflosigkeit hervorbringen. Sie hilft Betroffenen scheinbar, indem sie die Möglichkeit der Externalisierung, also des Verbringens des Gefühls nach außen bietet. Dieser Prozess wird als regulierend und erleichternd empfunden, das bessere Befinden wird der Hinwendung zur faschistischen Partei und ihren Zielen zugerechnet. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Ursache von Hilflosigkeit und die aufgezeigten Schuldigen normalerweise ursprünglich wenig miteinander zu tun haben.
Angst vor Altersarmut oder Jobverlust, Überforderung durch Soziale Medien oder Hilflosigkeit beim Umgang mit Mega-Konzernen kennt durchaus Verantwortliche. Diese allerdings zu benennen und für Abhilfe zu sorgen – daran hat die AfD kein Interesse. Das Parteiprogramm bietet keine Lösungen für schrumpfende Renten, im Gegenteil, die „Remigrations“-Pläne leisten der Überalterung der Gesellschaft Vorschub. Eine Einschränkung Superreicher oder Großkonzerne wird als demokratiefeindlich dargestellt, Verantwortungsübernahme von Social-Media-Unternehmen abgelehnt. Lösungen dieser Art anzubieten, wäre nicht nur nutzlos, sondern schädlich für die Partei.
Stattdessen liefert sie für alles die perfekten Schuldigen: Migranten. Untergeordnet auch Menschen mit sozialen Ansichten, die dem linken oder grünen Spektrum zugeordnet werden, Frauen, außerdem Homosexuelle, gemeinnützige Organisationen und zunehmend sogar die Kirchen. Selbst paradoxe Positionen werden nicht gescheut: Gerne empören sich rechte Politiker über die (angebliche oder tatsächliche) Behandlung von Frauen durch Migranten, insbesondere Muslime. Selbst wettern sie gegen Abtreibungen und Feminismus, auch „Frauen hinter den Herd“-Meinungen sind in den Reihen der AfD salonfähig. Nicht zuletzt veröffentlichte die AfD Sachsen jene unsägliche Grafik, die eine „moderne befreite Feministin“ als Negativbeispiel mit einer „traditionellen Frau“ vergleicht. Auffällig ist dabei nicht nur, dass deren wichtigste Eigenschaften „für ihre Familie leben“ und „ihren Mann unterstützen“ sind, sondern auch, dass sie mit deutlich bedeckterem Körper (Schultern, Beine) daherkommt als die „linke Vergleichsfrau“.
Um Macht zu gewinnen, nutzt die AfD Überforderung und Hilflosigkeit geschickt durch mehrere Strategien:
Das Präsentieren eines klaren Feindes wirkt entlastend, weil dieser allen unangenehmen Gefühlen ein sich richtig anfühlendes Ziel bietet. Dieses Externalisieren hilft gegen den Eindruck, an seinen Emotionen zu ersticken, und wird deshalb als Erleichterung wahrgenommen. Wenig überraschend greifen Menschen, die sich besonders von Hilflosigkeit, Wut und Ohnmacht betroffen sehen, leichter zu dieser Gelegenheit der psychischen Entlastung. Je häufiger das Feindbild bestärkt wird, desto sicherer und ruhiger fühlt es sich an: Den Feind zu kennen, bietet wieder ein Stück Kontrolle.
Migranten als Feind zu positionieren, funktioniert auch deshalb so gut, weil keinerlei Handlung, Verzicht oder Einschränkung gefordert wird. Das wäre anders, würden beispielsweise Furcht vor Klimawandel, Konsum bei Großkonzernen oder Medien-Sucht als tatsächliche Probleme benannt.
Um das Gefühlsgemisch weiter zu ihren Gunsten zu perfektionieren, bedient sich die AfD zudem zwei gegensätzlicher Techniken: Ihre Wähler zu beruhigen und zu beunruhigen gleichermaßen. Zur Beruhigung werden echte Probleme verharmlost oder vereinfacht. Der Klimawandel existiert nicht, die überalterte Gesellschaft kriegen wir schon irgendwie hin und Corona ist eigentlich nur eine Erkältung. Diese Ansätze wirken bestätigend und werden daher gerne geglaubt. Denn niemand mag schlechte Nachrichten, Leugnen ermöglicht einen Ausweg aus der Angst. Gleichzeitig entbindet es von Verantwortung – existiert das Problem nicht, ist auch kein eigenes Handeln erforderlich.
Das Ziel rechtsradikaler Bewegungen ist allerdings nicht tatsächlich, entspannte, freundliche, aufgeschlossene Menschen zu produzieren. Denn das macht Ausgrenzung schwerer und fördert Empathie – Empathie allerdings ist das Letzte, was sich die AfD wünschen kann. Denn Menschen, die beginnen, sich in andere Perspektiven zu denken, Angst, Not, Liebe fremder Menschen (und fremd kann hier einen Migranten aus Somalia wie einen homosexuellen Mann bedeuten) zu spüren, wählen keine Faschisten.
Deshalb muss das Gefühl der Machtlosigkeit zugleich gestärkt und auf die Spitze getrieben werden: Aufpeitscher beschwören in wilden Worten gigantische, namenlose Horden unzivilisierter Männer, die das Land beständig zu überrennen drohen. Fabulieren von Chaos und Anarchie in den Städten, in denen sich angeblich keine Frau mehr in die öffentlichen Verkehrsmittel in ganze Viertel kein Polizist wagt. Lauscht man den geschilderten Eindrücken, wähnt man sich eher in der Postapokalypse als beispielsweise im lebensfrohen Köln. Je öfter diese Vorstellungen jedoch wiederholt und mit falschen Fakten garniert werden, je mehr manipulierende Medien konsumiert werden, desto realistischer klingt das. Das damit einhergehende Hilflosigkeits- und Angstgefühl, quasi kurz vor einer Invasion zu stehen, ist kaum auszuhalten. In dieser Lage bietet sich die AfD als Retter an.
Sie nutzt vorhandene Eindrücke von Kontrollverlust und Machtlosigkeit nicht nur, sondern erzeugt ganz bewusst neue, um ihre Ziele zu erreichen.
Aber auch Überforderungserfahrungen, egal ob privat oder bezogen auf Weltgeschehen und Gesellschaft, spielen extremistischen Strömungen zu. Die AfD, ebenso wie andere ultrakonservative bis rechtsextreme und teils religiös geprägte Bewegungen bieten einen vermeintlichen Rückzugsort an: Traditionelle Werte. Das klingt im ersten Moment nicht schlecht, man könnte Weihnachtsmärkte darunter verstehen oder besonders hochwertige Literatur (da war doch mal was … mit dem Land der Dichter und Denker). Auch Umweltbewusstsein wie bei der Mülltrennung, Vereinskultur oder ein Hang zu Bier & Brot wären mögliche Assoziationen.
Fragt man die AfD, geht es jedoch selten um diese schönen Dinge. Stattdessen werden beispielsweise eine unterwürfige, heimische Rolle der Frau oder viele Kinder genannt. Selbstverständlich nur in heterosexuellen Lebensgemeinschaften. Wieso das besonders Deutsch sein soll, bleibt ohne Erklärung – findet sich dieses „Wertebild“ doch rund um die Welt in patriarchalisch-autokratisch geprägten Kulturen wieder. Tatsächlich dürfte die Überschneidung des Beziehungs-, Ehe- und Familienbilds zu Islamisten bei keiner Partei so groß sein wie bei der AfD. Gerne wird auch das Christentum als traditioneller Wert genannt, zugleich liegt die Partei jedoch mit vielen christlichen Trägern im Clinch und will beispielsweise das Kirchenasyl abschaffen.
Letztendlich spielen die Werte bei genauerer Betrachtung kaum eine Rolle. Wichtig ist ihre exklusive Natur – sie sollen in erster Linie Ab- und Ausgrenzung ermöglichen. Es geht nicht darum, Geborgenheit zu vermitteln oder Traditionen zu genießen, sondern darum, zu bestimmen, was gut und was schlecht ist. Nicht für alle Menschen, sondern lediglich für die Menschen, die der AfD überhaupt ausreichend wertvoll erscheinen – denn die Idee, dass alle Menschen gleichermaßen wertvoll sind, lehnen Faschisten von Grund auf ab. Die Forderung nach „Werten“ und „Traditionen“ dient daher lediglich der Abwertung von Menschen mit anderen Auffassungen und der Schaffung von Konformität. Gerade letztere eint jede autoritäre Strömung der Welt.
Oft fragen sich Zeitgenossen, wie eine Partei so viele Skandale, so viel Widersinnigkeit überleben kann. Spionage für China, Spionage für Russland, außergewöhnlich viele offizielle Anfragen zu Details kritischer Infrastruktur, für die es wenig Erklärungen gibt – mehr Vaterlandsverrat scheint kaum möglich. Bestechungsgelder, Vetternwirtschaft und eine höhere Zahl Straf- und Gewalttäter in den eigenen Abgeordnetenreihen als sämtliche übrigen Parteien zusammen. Wie geht das mit den Klagen über die vermeintlich schlechte Sicherheitslage in Deutschland zusammen?
Die Antwort ist ebenso einfach wie deprimierend: Es ist gleichgültig. Für viele Wähler ist die AfD ein entscheidender Faktor in ihrem psychischen Gleichgewicht geworden. Sie verspricht einfache Lösungen, Struktur und Kontrolle in einer scheinbar entgleisten Welt und kommt damit als letztes Bollwerk gegen vollkommene Hilflosigkeit daher. Fakten spielen keine Rolle, weil sie mit den übermächtigen Gefühlen vieler Menschen nicht konkurrieren können.
Um mit diesem Themenkomplex umzugehen, eignet sich die Erörterung von Fakten ausnahmsweise weniger. Denn Fakten sind nicht die treibende Kraft für Wähler, die eine rechtsradikale Bewegung vor allem aufgrund emotionaler Bedürfnisse benötigen. Sicher ist es nicht verkehrt, sich bei Wählern genauer nach den vermeintlich geliebten Werten und Traditionen zu erkundigen. Oder danach, warum es nicht ausreicht, diese selbst zu leben und zu schätzen, anstatt zu fordern, dass es auch jeder andere tut.
In erster Linie muss jedoch den zugrunde liegenden Gefühlen begegnet werden. Auf politischer Ebene kann das geschehen, indem einerseits möglichst nachvollziehbare und verständliche Erklärungen geboten werden, die Menschen mitnehmen. Der Eindruck von Willkür oder Widersinnigkeit verstärkt Ohnmachtsgefühle. Anreize und Wahlmöglichkeiten sind gegenüber raumgreifenden Verboten zu bevorzugen. Verbote führen schnell zu dem Eindruck, Freiheit und Kontrolle zu verlieren, unabhängig davon, ob das objektiv tatsächlich der Fall ist. Wenn Verbote notwendig sind, sollten sie möglichst gut erklärt und so differenziert und alltagstauglich wie möglich sein. „Verlierer“ zu schaffen (tatsächliche und gefühlte!) leistet Radikalisierung Vorschub.
Darüber hinaus müssen überfordernde Strukturen und Umstände der Gesellschaft, neuer Medien und technischer Entwicklungen ernst genommen und ein sinnvoller Umgang damit gefunden werden. Überforderung hingegen lächerlich zu machen oder beispielsweise Technikkritik als generell rückschrittlich zu betrachten, ist nicht angemessen oder hilfreich.
Im Privaten lohnt es sich, für eine Weile politische Themen links liegen zu lassen und – sofern man die betreffende Person mag – nachzuforschen, in welcher Gefühlslage sie sich befindet. Wenn Einsamkeit, Frustration und Hilflosigkeit zum Vorschein kommen, kann es helfen, eine Möglichkeit zum Reden zu bieten. Dabei sollte es bei den konkreten Sorgen und dem eigenen Leben bleiben. Das Gegenüber ungehindert rechtsradikale Reden schwingen zu lassen, kann als Zustimmung gewertet werden und verschlechtert die Situation eher. Geht es jedoch um Alltagssorgen, kann ein Gespräch entlasten. Möglicherweise lässt sich sogar für das eine oder andere Problem zusammen eine Lösung oder wenigstens eine Verbesserung finden.
Auch Ablenkung in Form von Aktivitäten kann nützlich sein. Natürlich ist es wenig realistisch, dass ein Mensch aufgrund eines gemeinsamen Kinobesuchs spontan seine politische Meinung ändert. Lassen Gefühle von Überforderung, Einsamkeit und Hilflosigkeit jedoch nach, kann das den Blick weiten und bietet weniger emotionale Angriffspunkte und Bedürftigkeit nach der AfD.
Ausgewählte Quellen
https://kops.uni-konstanz.de/entities/publication/104b64a7-9236-4abf-93ed-d293bb5dbb89
https://science.orf.at/stories/3217199/
https://www.zdfheute.de/wissen/populismus-kontrolle-terrax-eric-mayer-kolumne-100.html
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/318704/die-psychologie-des-verschwoerungsglaubens/
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/einsamkeit-2024/557854/einsam-und-radikal/
https://www.frankfurter-hefte.de/artikel/konstruierter-hass-2365/